Das Goldpreis-Fixing bezeichnet einen Handelsprozess, der erstmals am 12. September 1919 durchgeführt wurde und den Goldhandel am London Bullion Market prägt. Ziel dieses Verfahrens war es, täglich Transaktionen zu einem festgelegten Preis durchzuführen. Die Gründungsmitglieder dieses Prozesses waren N M Rothschild & Sons, Samuel Montagu & Co, Sharps & Wilkins, Pixley & Abell sowie Mocatta & Goldsmid. Der erste festgelegte Goldpreis betrug 4 Pfund, 18 Schilling und 9 Pence pro Feinunze. Damals lag der Goldpreis in New York bei 20,67 US-Dollar pro Feinunze. Die Treffen fanden täglich im Bankhaus Rothschild in der St. Swithin's Lane statt, um den Tagespreis für Gold festzulegen. Die Bank of England war an diesem Prozess nicht beteiligt.
Unterbrechung und Wiederaufnahme
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde der Londoner Goldmarkt 1939 geschlossen, wobei der letzte Fixpreis bei 8,05 Pfund Sterling pro Feinunze lag. Nach einer 15-jährigen Pause wurde der Markt 1954 wiedereröffnet, und das Gold-Fixing wurde mit einem Eröffnungspreis von 12,42 Pfund pro Feinunze wieder aufgenommen.
Traditionell wurde das Gold-Fixing zweimal täglich durchgeführt: um 10:30 Uhr und um 15:00 Uhr Londoner Zeit. Seit 2015 wurde das traditionelle Gold-Fixing durch den LBMA Gold Price ersetzt, der von der ICE Benchmark Administration verwaltet wird. Die Preisermittlung erfolgt weiterhin zweimal täglich und dient als globaler Referenzpreis für Gold.
Zu Beginn des Prozesses wird ein Eröffnungspreis vorgeschlagen, der nahe am aktuellen Spotpreis für Gold liegt. Die teilnehmenden Banken prüfen dann ihre Aufträge und geben an, wie viel Gold sie zu diesem Preis kaufen oder verkaufen möchten. Wenn Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht sind, wird der Preis fixiert. In der Regel dauert dieser Prozess etwa 10 Minuten, kann sich jedoch bei Marktvolatilität verlängern. Zuständig dafür sind die Vertreter der London Bullion Market Assocation.
Besondere Ereignisse
Während der Finanzkrise 2008, insbesondere am "Schwarzen Freitag", dauerten die Verhandlungen aufgrund der hohen Marktunsicherheit länger als üblich. Solche Verzögerungen können auch bei politischen Unruhen oder anderen unvorhersehbaren Ereignissen auftreten.